🌡️ Die Hitze kommt – gut vorbereitet durch den Sommer
- Dr. med. Salomon Manz

- 18. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 2. Juli
Der Sommer ist da – und mit ihm auch Phasen intensiver Hitze. Was für viele mit Leichtigkeit, Sonne und Ferien verbunden ist, kann für ältere, pflegebedürftige oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen schnell zur Belastung werden.
Gerade deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig vorzubereiten.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) stellt hierzu hilfreiche Informationen und Empfehlungen bereit. Wir empfehlen, sich dort ergänzend zu informieren. Direktlink hier.

Im Alltag gilt aber vor allem: Aufmerksamkeit, einfache Massnahmen und ein gutes Gespür für den eigenen Körper machen den Unterschied.
Tipps für ältere und pflegebedürftige Menschen im Besonderen
Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl oft ab, gleichzeitig reagiert der Körper empfindlicher auf Hitze.
Besonders wichtig:
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Für pflegende Angehörige gilt: Achten Sie bewusst auf kleine Veränderungen – sie sind oft erste Hinweise auf Überlastung durch Hitze. 💡 |
Hitze wird oft unterschätzt – doch für vulnerable Menschen kann sie zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden.
Tipps für Kinder
Kinder reagieren besonders sensibel auf Hitze, da ihr Körper die Temperatur noch weniger gut regulieren kann:
Regelmässig trinken anbieten (auch ohne Nachfrage)
Direkte Sonne vermeiden, insbesondere über Mittag
Leichte Kleidung und Kopfschutz
Nie unbeaufsichtigt im Auto lassen – auch nicht für kurze Zeit
Spiel- und Ruhezeiten anpassen (mehr Ruhephasen, weniger körperliche Belastung)
Tipps für die Betreuung von Menschen mit Demenz
Menschen mit Demenz sind bei Hitze besonders gefährdet, weil das Durstgefühl oft nachlässt, sie das Trinken vergessen oder nicht mehr richtig einschätzen können, wie viel Flüssigkeit sie brauchen. Dehydrierung kann Verwirrtheit verstärken, zu Kreislaufproblemen, Stürzen oder im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Hier sind praktische, bewährte Tipps.
1. Trinkmenge sicherstellen
Ziel: 2–3 Liter Flüssigkeit pro Tag bei großer Hitze (wenn keine medizinischen Gegenanzeigen wie Herz- oder Nierenerkrankungen vorliegen). Besser kleine Mengen über den ganzen Tag verteilt als große Mengen auf einmal.
Getränke immer sichtbar und griffbereit hinstellen – an mehreren Orten in der Wohnung (z. B. neben dem Lieblingssessel, am Esstisch, am Bett).
Morgens die Tagesration portionieren (z. B. in mehreren kleinen Flaschen oder Gläsern).
Gläser nur halb voll machen – das erleichtert das Trinken und Nachfüllen.
2. Trinken attraktiv und abwechslungsreich machen
Lieblingsgetränke anbieten: Wasser mit Zitrone/Minze, verdünnte Saftschorlen, kalte Kräuter- oder Früchte-Tees.
Zimmertemperatur oder leicht gekühlt – nicht eiskalt (besser verträglich).
Gemeinsam trinken: Tipp aus der Praxis 💪 Setzen Sie sich dazu und „prosten“ Sie sich zu – das motiviert oft.
Wasserreiche Lebensmittel einbauen: Wassermelone, Gurken, Tomaten, Joghurt, Suppen, Obstkompott oder Eis am Stiel (zuckerarm).
3. Erinnern und motivieren
Regelmässig anbieten (z. B. alle 1–2 Stunden).
Visuelle Hilfen: Bunte Becher, Strohhalme (bei Schluckproblemen), Notizen oder Erinnerungsuhren.
Rituale schaffen: Trinken zur Mahlzeit, zur Medikamenteneinnahme oder beim Fernsehen.
Bei fortgeschrittener Demenz aktiv helfen: Glas anreichen, ggf. mit Unterstützung beim Halten.
4. Hitze in der Wohnung und draussen minimieren
Zwischen 10 und 17 Uhr möglichst drinnen bleiben.
Morgens und abends lüften.
Leichte, helle Kleidung, Ventilator oder feuchte Tücher zur Kühlung.
Körperliche Anstrengung vermeiden.
5. Dehydrierung erkennen (wichtig!)
Achten Sie auf folgende Zeichen (die Symptome können mit Demenz-Symptomen verwechselt werden):
Trockener Mund, trockene Lippen oder Schleimhäute
Wenig/dunkler, stark riechender Urin
Verwirrtheit/Unruhe (stärker als sonst)
Schwindel, Müdigkeit, Schwäche, Kopfschmerzen
Eingefallene Augen, stehende Hautfalten
➡️ Bei Verdacht sofort mehr Flüssigkeit anbieten und ggf. Arzt kontaktieren.
Weitere Hinweise
Medikamente prüfen (z. B. entwässernde Mittel können das Risiko erhöhen).
Bei allein lebenden Betroffenen: Nachbarn, Spitex oder regelmässige Anrufe organisieren.
Auch Sie als Betreuende sollten selbst genug trinken und Pausen machen!
Diese Massnahmen sind einfach umzusetzen und können viel bewirken. Bei Unsicherheiten immer den Hausarzt oder eine Pflegeberatung (z. B. Deutsche Alzheimer Gesellschaft) kontaktieren. Bleiben Sie cool und achtsam 🙏
Tipps für die allgemeine Bevölkerung
Auch gesunde Erwachsene sollten Hitze nicht unterschätzen:
Genügend trinken (mind. 1.5 Liter pro Tag, bei Hitze mehr)
Körperliche Anstrengung reduzieren, besonders in der Mittagshitze
Sonnenschutz verwenden (Hut, Sonnencreme, Schatten)
Leicht essen – mehrere kleine Mahlzeiten statt schwerer Kost
Wohnräume kühl halten
Nicht erst reagieren, wenn Beschwerden auftreten: Vorausschauendes Handeln ist der beste Schutz an heissen Tagen.
Unser Fazit
Hitze ist kein Ausnahmezustand – aber sie verlangt Aufmerksamkeit. Mit einfachen, konsequenten Massnahmen lassen sich Risiken deutlich reduzieren.
Gerade für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen gilt: Lieber einmal mehr hinschauen, nachfragen und unterstützen.
Wenn Sie unsicher sind oder Unterstützung benötigen, stehen wir Ihnen jederzeit zur Seite.
Dr. Med. Salomon Manz Facharzt für allg. innere Medizin




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